Über die Fußgängerzone in der Weißenburger Straße wird viel berichtet. Manchmal deckt die Berichterstattung vielleicht nicht jeden Aspekt oder jede Perspektive ab. Wenn Dir so ein Bericht auffällt, kannst du einen Leserbrief schreiben. Ein veröffentlichter Leserbrief bietet anderen Lesern die Möglichkeit sich umfassender über das Thema zu informieren. Außerdem hilft es Redaktionen für zukünftige Berichterstattung andere Sichtweisen und vielleicht bisher unbekannte Fakten zu berücksichtigen. Wenn dir ein Bericht gefällt und du keine Ergänzungen dazu hast, kann ein Leserbrief trotzdem sinnvoll sein um zu zeigen, dass das Thema noch von mehr Menschen so gesehen wird.
Ein paar Tipps für Deinen Leserbrief:
Schreib im Betreff auf welchen Beitrag du dich beziehst
Bleib sachlich und höflich (wie halt sonst im Leben auch)
Bleib positiv und konstruktiv (negativ und destruktiv macht allen schlechte Laune)
Schreibe prägnant und nicht ausufernd
Stelle keine haltlosen Behauptungen auf. Belege alles mit Quellen
Erwähne deinen persönlichen Bezug zum Thema und erzähle, wo dich das Thema im Alltag betrifft
Gib deine Kontaktdaten an (Adresse, Telefon). Anonyme Leserbriefe werden nicht veröffentlicht. Manche Redaktionen haben außerdem Nachfragen oder nehmen den Leserbrief vielleicht sogar als Grundlage für weitere Berichterstattung.
Ein Leserbrief ist meistens eine persönliche Meinungsäußerung. Mit Fakten hinterlegte Meinungen wirken noch besser. Hier ein paar Tipps, wie Du dich über die Fußgängerzone informieren kannst:
Unsere für alle offene WhatsApp-Gruppe dient zur Vernetzung von Engagierten im Viertel. Dort werden aber auch immer wieder Fragen zur Testphase der Fußgängerzone diskutiert und beantwortet (u.a. von Mitgliedern des Bezirksausschusses).
Auf unsere Zeitleiste findest du den gesamten Entstehungsprozess der Testphase Fußgängerzone dokumentiert. Alle Beteiligungs- und Informationsveranstaltungen sowie eine regelmäßig aktualisierte Presseschau.
Das Mobilitätstreferat informiert auf einer eigenen Seite über die Testphase der Fußgängerzone (u.a. über die in der Fußgängerzone geltenden Zufahrtsregeln)
Am 6. März 2025 berichtete Bayern2 im Rahmen der Sendung Nah dran über die Testphase der Fußgängerzone. Wir haben zu dem Bericht ein paar Ergänzungen, die es ermöglichen, sich ein vollständiges Bild zu machen. Wir haben einzelne Zitate mit Zeitangaben transkribiert und inhaltlich ergänzt.
„Sie erreichten eine Probezeit. Ein Jahr soll das Experiment erst einmal dauern.“ (0:54)
Es wird der Eindruck erweckt, als wäre die Testphase so nicht vorgesehen gewesen und als hätte die Fußgängerzone von Beginn an dauerhaft eingerichtet werden sollen.
Was im Beitrag nicht erwähnt wird: Die Probezeit mit anschließender Evaluation war auch schon spätestens seit 2022 seitens des Bezirksausschusses vorgesehen (vgl. z.B. SZ vom 20.10.2022: „Bis zu den Sommerferien 2023 soll eine Testphase laufen, danach soll die endgültige Gestaltung beginnen“). Nach der Testphase kann die Fußgängerzone schon allein aus rechtlichen Gründen nicht direkt umgebaut werden, da die Straße „umgewidmet“ wurde und nach Testablauf wieder in den Ursprungszustand „zurückgewidmet“ werden muss. Außerdem macht eine Testphase nur Sinn, wenn man den Test anschließend evaluiert. Das haben BA und Mobilitätsreferat auch schon frühzeitig kommuniziert.
„Der Eindruck der Geschäftsfrau: vor allem Einkäufer hatten die 40 Kurzzeitparkplätze genutzt. “ (2:06)
Im Bericht kommen mehrmals die wegfallenden Kurzzeitparkplätze für die Kunden aus „Rosenheim, Ingolstadt, Augsburg“ vor.
Was im Beitrag nicht erwähnt wird: Das Parkhaus mit Einfahrt in der Pariser Straße. Dort gibt es über 100 Parkplätze zur Kurzzeitnutzung. Das Parkhaus wurde in den 1970ern gebaut in der Erwartung, dass es eine Fußgängerzone vom Rosenheimer- bis zum Orleansplatz geben würde. Läuft man aktuell an der Einfahrt vorbei, steht die Anzeige normal immer auf „frei“. Die Einfahrt des Parkhauses ist 240 Meter entfernt vom Laden der zitierten Gewerbetreibenden. Das Parkhaus könnte z.B. gemeinsam von den Gewerbetreibenden vermarktet werden, wie es auch anderswo üblich ist. Bei einem Einkauf ab einem gewissen Betrag wird die Parkgebühr erlassen.
Außerdem fehlt der Hinweis darauf, dass es im Bereich zwischen Rosenheimer Platz und Weißenburger Platz bereits seit den 1970ern einen funktionierenden Fußgängerzonenbereich gibt. U.a. mit einem Bio-Supermarkt, Gastronomie, einem Kleidungsgeschäft, einer Apotheke und einem Optiker.
Ebenfalls relevant für das Gesamtbild: Die Geschäfte in der gesamten Weißenburger Straße sind über den Rosenheimer Platz und den Ostbahnhof mit S-Bahn, Tram, U-Bahn und Bussen sehr gut öffentlich angeschlossen.
„Die Anfeindungen von Anwohnern, persönliche Beschimpfungen in seinem Geschäft hatte er erleben müssen, aber auch anonym im Internet.“ (3:22)
Die zitierten Anfeindungen sind auf Einzelpersonen zurückzuführen. Im Beitrag könnte man aber den Eindruck erhalten, dass dies durch viele Befürworter der Fußgängerzone geschieht.
Was im Beitrag nicht erwähnt wird: Wir als Initiative „Haidhausen für Alle“ haben von Beginn der Testphase an dazu aufgerufen, den Einzelhandel zu unterstützen. Vereinzelte Boykottaufrufe und persönliche Angriffe in unserem für alle offenenDiskussionsforum wurden und werden gemäß den dort geltenden Regeln wegmoderiert und haben dort keinen Platz.
„Hier sind ja auch zahlreiche Arztpraxen, die jetzt auch Verlust von Patienten beklagen müssen“ (4:13)
Was im Beitrag nicht erwähnt wird: Die Zufahrt zu den Arztpraxen ist mit einer Genehmigung weiterhin möglich. Die Kontrollbehörden agieren außerdem sehr kulant, wenn Patienten in die Fußgängerzone mit dem PKW einfahren. (mehr Infos zu Zufahrtsgenehmigungen)
„Einfach miteinander sprechen und nicht Versammlungen abhalten am Samstag 14 Uhr, wenn wir alle in unseren Läden stehen.“ (4:56)
Es wird der Eindruck erweckt, dass die einzige Gesprächsmöglichkeit für die Gewerbetreibenden eine Veranstaltung an einem Samstag um 14 Uhr war. Es ist nicht ganz klar, um welche „Versammlung“ es sich dabei handelt. Es könnte ein Workshop des Kollektivs „Die Städtischen“ sein, die gemeinsam mit Anwohnern die Straße bunt machen wollen.
Was im Beitrag nicht erwähnt wird: Vertreter*innen vom Kollektiv „Die Städtischen“ haben im Vorfeld der Kunstaktion und danach fortlaufend immer wieder das persönliche Gespräch mit Gewerbetreibenden gesucht und über die Aktion informiert. Die zitierte Gewerbetreibende hat an anderer Stelle die Kunstaktion als „Unterirdisch“ und „rausgeschmissenes Geld“ eingestuft.
Und tatsächlich wurde und wird viel mehr geredet. Am Donnerstag, 12. Oktober 2023 fand gegen 19 Uhr eine Diskussions- und Informationsveranstaltung für Gewerbetreibende in der Katholischen Stiftungshochschule statt. Am Montag, 23. Oktober 2023 gab es um 19 Uhr eine Diskussionsveranstaltung für Anwohner*innen, bei der aber auch wieder eine Gruppe Gewerbetreibender anwesend war um ihre Anliegen erneut vorzubringen. Am Donnerstag, 23. November 2023 fand um 19 Uhr zusätzlich eine Online-Infoveranstaltung statt. Einzelne Vertreter*innen des Bezirksausschusses sind schon seit Beginn der ersten Überlegungen im direkten Dialog mit Anwohner*innen und Gewerbetreibenden. Am 30. März 2023 wurde im Rahmen der Bürgerversammlung diskutiert, im Rahmen mehrere Sitzungen des Bezirksausschusses (und des Unterausschusses Mobilität) trugen die Gewerbetreibenden ebenfalls ihre Anliegen vor. Einzelne Mitglieder unserer Initiative suchten und suchen ebenfalls das direkte Gespräch. Seit Beginn der Testphase gab es im Vorfeld der BA-Sitzungen bereits drei Bürgersprechstunden, bei denen BA-Mitglieder und Mitarbeiter*innen des Mobilitätsreferats Fragen beantwortet und Feedback mitgenommen haben. In der Stadtbibliothek im Motorama fand drei mal ein Demokratiecafé statt, bei dem man sich auch über die Fußgängerzone austauschen konnte. (Alle Termin im Zeitstrahl)
„Obwohl die Gewerbetreibenden allesamt gegen die Einführung einer reinen Fußgängerzone gewesen seien, hätte die Stadtplanung sie einfach dennoch umgesetzt ohne wenn und aber.“ (5:07)
Was im Beitrag nicht erwähnt wird: Die Fußgängerzone wurde von der Verwaltung umgesetzt, weil der Bezirksausschuss dies beschlossen und beauftragt hat. Der Bezirksausschuss ist das demokratisch gewählte Gremium aller Haidhauser*innen. Außerdem gibt es auch uns bekannte Gewerbetreibende, die der Fußgängerzone aufgeschlossen gegenüber stehen.
„Bestätigt Andreas Micksch Bezirksausschussmitglied in Haidhausen.“ (5:17)
Das zitierte BA-Mitglied gehört der einzigen Fraktion an, die gegen die Testphase gestimmt hat.
Was im Beitrag nicht erwähnt wird: Stellungnahmen weiterer BA-Mitglieder aus anderen Fraktionen.
„Auf die Anfrage beim Presseamt der Stadt für diese Recherche kommt folgende Antwort […] Ein Lichtblick, der die Gewerbetreibenden wieder hoffen lässt, doch noch Beachtung zu finden …“ (6:03)
Es wird der Eindruck erweckt, dass erst durch die Anfrage zu diesem Beitrag die Anliegen der Gewerbetreibenden gesehen und gehört werden.
Was im Beitrag nicht erwähnt wird:Es war von Anfang an seitens BA und Mobilitätsreferat kommuniziert, dass die Testphase dazu da ist, um sämtliches Feedback aller Beteiligten einzusammeln und in eine Evaluation einfließen zu lassen, die dem Stadtrat dann zur Entscheidung vorgelegt werden soll. Die Möglichkeiten zur Rückmeldung waren und sind wie oben aufgelistet vielfältig und können auch noch mal hier in unserem Zeitstrahl nachgelesen werden.
Die „städtischen“ planen die Weißenburger Straße farbig zu gestalten. Der Bezirksausschuss Au/Haidhausen hat dazu im Dezember sein Placet gegeben und sogar ein Budget bewilligt.
Bei den „städtischen“ handelt es sich um eine Gruppe von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wie Architektur, Kunst, Sozialwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Sie beleben den öffentlichen Raum mit viel Engagement seit 2020. Der Austausch mit den Bürger*innen vor Ort liegt ihnen dabei am Herzen. In Haidhausen gestalteten sie schon die Gleisunterführung neben dem Ostbahnhof farbig, was sehr viel Anklang gefunden hat. Auch das Parklet am „Breisässer Platz“ (Elsässer Ecke Breisacher Straße) haben sie konstruiert und gebaut.
Am 11. Januar 2025 waren war die Nachbarschaft aus der Weißenburger Straße eingeladen, Ideen und Sorgen zur Gestaltung der Straße in einem Workshop einzubringen. Die Teilnahme war groß, von Kleinkindern bis hin zu reifen Senior*innen waren Bewohner*innen des Bezirks erschienen. Wir zählten etwa 23 Erwachsene und fünf kleine Kinder, mit dabei waren auch zwei Mitglieder des Bezirksausschusses, Nina Reitz und Ullrich Martini. Organisiert und abgehalten wurde der Workshop von etwa sieben „städtischen“.
Nach einem Bildervortrag zu Nutzung und Gestaltung des öffentlichen Raums gab es eine Vorstellungsrunde. Abschließend wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, jede Gruppe erhielt eine*n Moderator*in. Nun sammelten wir individuelle Sorgen und Bedürfnisse zur Fußgängerzone. Diese notierten wir, besprachen sie und präsentierten sie anschließend den anderen Gruppen.
Darauf folgte der Outdoor-Teil. Das heißt, wir drei Gruppen gingen in die Fußgängerzone und bekamen jeweils einen Teilabschnitt zugewiesen. Hier wurde nun herausgearbeitet, was wir hervorheben, verbessern und beeinflussen möchten. Es wurde in Pläne gezeichnet, die Umgebung mit Zetteln gekennzeichnet, mit Kreide auf den Boden gemalt. Bereiche wurden fotografiert, ausgedruckt und auf die Ausdrucke zeichneten wir Ideen. Damit erfassten wir sowohl, welche Wünsche und Bedarfe es zur malerischen Gestaltung in der Testphase gibt, als auch Vorstellungen, Wünsche, Ideen und Sorgen zur Gestaltung der Straße, falls die Fußgängerzone final eingerichtet wird.
Zurück im Seminarraum der AWO Gravelottestraße erfassten die Gruppen nun, bei einer warmen Tasse Tee und Keksen, ihre Überlegungen in einer Stichwortliste. Diese wird als „Forderungen an die Politik“ an den Bezirksausschuss weitergeleitet werden. Zudem wurde die Stellungnahme einer Ladeninhaberin gehört, die uns während des Workshops auf der Straße angesprochen hat.
Der Workshop schloss mit der Vorstellung der Ergebnisse ab. Sie sind vielfältig und berücksichtigen alle Altersgruppen. Eindeutig ist bei allen Gruppen der Wunsch, die Straße zu einem einladenden Ort zu machen, an dem sich Menschen gerne aufhalten. Dazu gehörte zum Beispiel Begrünung, die visuelle Einbeziehung der Baustellen, Kinderfreundlichkeit und Stellen zum Sitzen oder für Aktivitäten.
Diese Ergebnisse werden die „städtischen“ dem Bezirksausschuss Au/Haidhausen vorstellen. Das Bemalen der Straße startet voraussichtlich am ersten Februarwochenende (Samstag).
Am 12. Oktober veranstaltete der Bezirksausschuss 5 Au/Haidhausen in der neuen Fußgängerzone am Eingang Weißenburger Platz eine Lesung mit Musikbegleitung.
Gunna WendtHerman WilhelmMango MindsetMobile Ethnic MinorityFußgängerzone für Groß und KleinPraktisch: das live Gehörte gleich vor Ort in der Buchhandlung einkaufenMango Mindset nahmen die Musikwünsche des Publikums entgegenHerman Wilhelm und Mango Mindset
Parallel dazu half Martin Laschweski vom FreiRaum-Viertel am Eingang zur Fußgängerzone Pariser Platz allen Haidhauser*innen dabei ihre Fahrräder winterfest zu machen. Engagiert von „Haidhausen für Alle“ bot er mit seinem Bike-Workshops „Hilfe zur Selbsthilfe“ an. Die Arbeitszeit gabs umsonst, lediglich ein Unkostenbeitrag für Ersatzteile war erwünscht.
Am 12. August startet leicht verspätet die vom Bezirksausschus beschlossene einjährige Testphase der Fußgängerzone in der Weißenburger Straße.
Schon zum Start der Sommerferien gab es am 29. Juli ein vom Bezirksausschuss Au/Haidhausen organisiertes Vorab-Eröffnungsfest mit Gratis-Eis, Zuckerwatte und pädagogisch garantiert nicht wertvoller, aber dafür umso unterhaltsamerer Musik für Kinder (und Erwachsene) von Café Unterzucker.
Bereits am Wochenende davor wurden von engagierten Haidhauser*innen acht Hochbeete und vier Bäume vom FatCat in die Weißenburger Straße transportiert. Unterstützt wurde die Gruppe dabei von vier Gewerbetreibenden aus der Weißenburger Straße und aus Nachbarstraßen, die freundlicherweise ihre Hubwagen zur Verfügung stellten. Die Hochbeete werden von den Haidhauser*innen während der einjährigen Fußgängerzonentestphase mit Blumen, Obst und Gemüse bestückt und gepflegt.
Die Vorfreude auf die Fußgängerzone zeigt sich außerdem bei immer mehr Anwohner*innen und Gewerbetreibenden auf Plakaten, Stickern, Aushängen und in Straßenbefragungen.
Yippie Yippie Yeah!Wir freuen uns schon sehr!Fußgängerzone. Ja ich will!Weltladen begrüßt die Fußgängerzone